Nigerianer geben 4 Millionen US-Dollar pro Woche für Bitcoin aus

Nigerianer geben trotz verschiedener Warnungen von Behörden beinah 4 Millionen US-Dollar pro Woche für Bitcoin aus. Experten fordern deshalb von der Regierung, ihren Umgang mit Kryptowährungen zu überdenken. Sie wünschen sich eine Gesetzgebung, die es „Innovationen erlaubt, Fortschritte zu erzielen“.

Warnungen lassen Nigerianer kalt

Nigerianische Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber vertreten einen klaren Standpunkt gegenüber Kryptowährungen. Erst vor kurzem hatte der Senat des Landes angeordnet, den Bitcoin-Handel in einer Untersuchung zu überprüfen. Des Weiteren sprachen verschiedene Behörden Warnungen aus. Die Zentralbank erklärte zum Beispiel im vergangenen Jahr, dass es sich bei „virtuellen Währungen“ um kein legales Zahlungsmittel handele und Banken auf ihr eigenes Risiko handeln würden, wenn sie Geschäfte mit Krypto-Börsen eingingen. Außerdem teilte eine Einlagenversicherungsgesellschaft mit, dass ihr Schutz nicht beim Handel mit Kryptowährungen greifen würde.

Wie die neusten Zahlen über den Kauf von Kryptowährungen belegen, scheinen all diese Warnungen Nigerianer kalt zu lassen. Wie die Leadership berichtete, nahm der Wert von Bitcoin seit Dezember zwar ab, aber das Interesse an der digitalen Währung sei so groß wie nie. Nigerianer investieren weiterhin in die Kryptowährung. Im Februar gaben sie wöchentlich bis zu 1,389 Milliarden Naira aus, was einem Wert von ungefähr 3,8 Millionen US-Dollar entspricht. Noch im Dezember waren es nur rund 1,299 Milliarden Naira.

Innovation vor Regulierung

In dem westafrikanischen Staat gibt es derzeit 13 Kryptowährungsbörsen, bei denen Bitcoin und weitere Währungen gekauft werden können. Auch andere Kryptowährungen wecken das Interesse der Anleger. Emeka Okoye, Softwareentwickler bei Cymantiks erklärte, dass wöchentlich rund 4,7 Millionen Dollar für andere digitale Währungen ausgegeben werden. Ihm zufolge sollte die Regierung ihre Haltung gegenüber Kryptowährungen überdenken. Kritik würde die Spekulation antreiben und Kriminelle dazu verleiten, digitale Währungen zu nutzen. Okoye rät den nigerianischen Behörden zu einer „gescheiten Regulierung“ anstelle eines Verbots:

„Eine Haltung ist [notwendig], die es Innovationen erlaubt, Fortschritte zu erzielen […]. Es geht um die Verbraucher und nicht um die Spieler.“

Wenn die zuständigen Behörden Kryptowährungen verbieten würden, würden sie ein technisches Werkzeug verbieten, erklärte der Experte. Dann „werden Verbrecher diese Werkzeuge nutzen und man hat darüber keine Kontrolle und Menschen müssen mit den Konsequenzen leben“. Es sei außerdem wichtig, dass staatliche Aufsichtsbehörden die Situation richtig einschätzten, bevor sie Maßnahmen ergreifen.

„Verstehen sie wie es funktioniert? Ich könnte eine Krypto-Börse gründen, die nicht in Nigeria ansässig ist und sie können dies nicht regulieren. Ich habe auch eine ausländische [Kredit-] Karte und sie können nicht kontrollieren, was ich damit mache“, erläuterte Okoye.

Zwar denkt Emeka Okoye nicht, dass Kryptowährungen Papiergeld ganz ersetzen werden, dennoch hofft er, dass digitale Währungen Geld ergänzen und Überweisungen einfacher und komfortabler machen. Seiner Meinung nach, ist der aktuelle Trend der Spekulation mit Kryptowährungen, welche den Kurs von Bitcoin antreibt, eine Ablenkung von dem wirklichen Potenzial der digitalen Währung.

Englische Originalversion

Image via Unsplash

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