Telegram nutzt Bitcoin um gegen Verbot vorzugehen

Vor kurzem entschied ein Gericht in Moskau, dass Telegram gegen russisches Recht verstößt. Die Betreiber der Messenger-App weigerten sich Informationen über ihre Nutzer herauszugeben. Das Gericht entschied, dass die Arbeit des Geheimdienstes im Kampf gegen Terrorismus dadurch behindert wird und Verbot den Nutzen der App deshalb. Telegrams Geschäftsführer, Pavel Durov, erklärte daraufhin, dass er Bitcoin-Zahlungen getätigt habe, um Proxys und VPNs als Hintertür für Nutzer zu ermöglichen.

Telegram steht für Datenschutz

Telegrams Nutzer erhielten vor wenigen Stunden eine Nachricht, in der Telegrams Lage in Russland erklärt wurde. „In den letzten 24 Stunden wurde Telegram von den Internetanbietern in Russland gesperrt. Der Grund dafür ist unsere Weigerung, codierte Schlüssel an russische Sicherheitsdienste herauszugeben. Das war für uns eine einfache Entscheidung. Wir versprechen unseren Kunden einen Datenschutz von 100 % und wir würden lieber nicht mehr existieren, als dieses Versprechen zu brechen“, betonte der Geschäftsführer Pavel Durov.

Die Messenger-App ist der russischen Regierung schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge. Durch die Verschlüsselung von Nachrichten ist die App vor allem bei denen beliebt, die ein besonderes Augenmerk auf den Datenschutz legen. Die App wird auch von Menschen verwendet, die in einer schwierigen politischen Situation leben. Auch im Nahen Osten sehen viele den Messenger als Möglichkeit, sicher mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren.

Deshalb, so das Argument der russischen Regierung, spiele Telegram eine Rolle bei der Ausführung von Terrorangriffen. Die Behörden für Kommunikation und Sicherheit forderten die Betreiber der App dazu auf, ihnen einen Zugang zu den Informationen über mögliche Straftäter zu liefern.

Bitcoin für den digitalen Widerstand

Durov ging auf diese Forderungen jedoch nicht ein. Er entschied sich sogar dazu, nicht bei der letzten Anhörung, die über die Zukunft Telegrams in Russland entschied, zu erscheinen. „Trotz des Verbots sehen wir keinen deutlichen Rückgang der Verwendung unserer Nutzer, da Russen dazu tendieren, das Verbot mit VPNs und Proxys zu umgehen.“

Er fügte hinzu, dass der russische Markt einen Anteil von rund 7 % darstellen würde. Selbst wenn dieser Markt ganz verloren ginge, wäre dies nicht weiter schlimm. Die Anzahl neuer Nutzer steige kontinuierlich und schon nach wenigen Monaten würde eine ähnliche Zahl erreicht werden. „Trotzdem ist für mich persönlich wichtig, dass wir sicherstellen, dass wir alles für unsere russischen Nutzer tun.“

Deswegen müsse das Verbot umgangen werden. „Um die Freiheit des Internets in Russland und anderswo zu schützen, habe ich Bitcoin-Zahlungen an Einzelne und Unternehmen getätigt, die Socks5 Proxys und VPNs betreiben. In diesem Jahr möchte ich Millionen von Dollar für diesen Zweck spenden und ich hoffe, dass andere Leute folgen werden. Ich nenne das den digitalen Widerstand – eine dezentrale Bewegung, die für digitale Freiheit und den weltweiten Fortschritt einsteht.“

Englische Originalversion

Image via Unsplash

Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.

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