EU will Anonymität von Krypto-Nutzern und Transaktionen einschränken

Der Europäische Rat hat der Überarbeitung der Richtlinie gegen Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung zugestimmt. Die Neuerungen werden auch für den Krypto-Sektor eine Rolle spielen. Die neuen Regeln sollen die Anonymität für Nutzer und für Transaktionen selbst einschränken und legen Know-Your-Customer-Anforderungen für Krypto-Plattformen fest.

Behörden sollen den Nutzen von Kryptowährungen kontrollieren

„Die EU-Regeln zur Verhinderung von Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus stärken“, war eines der Hauptziele des Aktionsplans, der nach den Terroranschlägen 2016 in Europa erlassen wurde. Die neuen Regeln der Richtlinie sollen „die Finanzierung krimineller Handlungen beenden, ohne die normalen Funktionen des Zahlungssystems einzuschränken“, heißt es in einer Stellungnahme des Europäischen Rates. Die Änderungen der Richtlinie 2015/849 des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates vom 20. Mai 2015 wurden am vergangenen Montag ohne Debatte vom Rat für Allgemeine Angelegenheiten angenommen. Diese Entscheidung folgt einer Vereinbarung mit dem Europäischen Parlament aus dem Dezember des Vorjahres. Im April entschieden sich die Abgeordneten des Parlaments für diesen Schritt, um Kryptowährungen besser kontrollieren zu können.

Die wichtigsten Änderungen der Richtlinie betreffen die „Risiken, die in Verbindung mit virtuellen Währungen stehen“. Dafür werden Maßnahmen ergriffen, die die Anonymität von Händlern und Transaktionen selbst einschränken sollen. Aus dem Wortlaut der Richtlinie folgt, dass Krypto-Börsen und Wallet-Anbieter verdächtige Aktivitäten melden müssen. In der Richtlinie heißt es weiter, dass die zuständigen Behörden in der Lage sein müssen, den Nutzen von Kryptowährungen auf diesen Plattformen zu überwachen. Außerdem sollten nationale finanzielle Meldestellen in der Lage sein, Informationen über Krypto-Adressen und deren Besitzer abzurufen.

Umsetzung und Folgen

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben 18 Monate Zeit, die Richtlinie umzusetzen. Sobald die nationalen Gesetze angepasst werden, müssen sich die Börsen, die sich innerhalb der EU befinden, an die neuen Regeln gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung halten. Dies beinhaltet insbesondere eine detaillierte Kundenüberprüfung der Nutzer dieser Plattformen. Inwieweit sich die Neuerungen der Richtlinien bei dem Registrierungsprozess für Kunden bemerkbar machen, bleibt abzuwarten, da viele europäische Börsen die Identitäten ihrer Nutzer bereits jetzt überprüfen.

Englische Originalversion

Image via Unsplash

 

 

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