EZB will keinen digitalen Euro veröffentlichen

Wie Reuters in der letzten Woche berichtete, hat die Europäische Zentralbank (kurz EZB) kein Interesse daran, eine digitale Version des Euros zu veröffentlichen.

EZB findet digitalen Euro nicht sinnvoll

Dies erklärte Präsident Mario Draghi in einem Schreiben an das Europäische Parlament. Ein Grund für diese Haltung sei die fehlende Robustheit der aktuellen Technologie, die für ein solches Unterfangen dringend notwendig wäre. Des Weiteren sei Bargeld in vielen Ländern noch stets die bevorzugte Zahlungsform fügte der Zentralbankpräsident hinzu.

„Die EZB und das Eurosystem haben zurzeit keine Pläne eine digitale Währung für Zentralbanken zu veröffentlichen“, schrieb er. Außerdem erklärte Draghi, dass die Distributed-Ledger-Technologie (kurz DLT) „eine erhebliche Weiterentwicklung durchgehen“ müsste, bevor man sie ernsthaft als Grundlage einer europäischen digitalen Währung in Betracht ziehen könnte.

Eine Untersuchung der Bank selbst aus 2017 ergab, dass Bargeld noch stets für rund 78,8 Prozent aller Zahlungen innerhalb der Europäischen Union verwendet wird. Bank- und Kreditkartenzahlungen würden dagegen nur bei 19,1 Prozent liegen, während 2,1 Prozent aller Zahlungen mit anderen Mitteln beglichen werden würden.

In dem Bericht über das Zahlungsverhalten der Europäer hieß es deshalb:

„Dies scheint die Vorstellung, dass Bargeld schnell von bargeldlosen Zahlungsmitteln ersetzt wird, infrage zu stellen.“

Thailand, China und Norwegen arbeiten an staatlicher Kryptowährung

Auch wenn die EZB noch nicht dazu bereit ist, die DLT als Grundlage für eine Zentralbank-Kryptowährung zu erwägen, untersuchen andere Zentralbanken sehr wohl den Einsatz der Blockchain-Technologie.

So hatte die Bank of Thailand im August verkündet, die erste Phase einer Untersuchung für eine eigene digitale Währung bis zum März des nächsten Jahres erfolgreich abzuschließen. Für dieses Projekt arbeitet die Bank mit 8 weiteren Finanzinstitutionen zusammen. Außerdem wird sie die Plattform Corda nutzen, die von dem Konsortium R3 entwickelt wurde.

Auch in China wird an einer eigenen digitalen Währung gearbeitet. Die Forschungsabteilung für digitale Währungen der chinesischen Zentralbank hat bereits über 40 Patentanträge für dieses Projekt gestellt. Die chinesische digitale Währung würde Eigenschaften einer Kryptowährung mit dem chinesischen Renminbi verbinden.

Andere Länder, die sich zwar in Europa aber nicht in der EU befinden, erwägen ebenfalls eine staatliche Kryptowährung. In Norwegen zum Beispiel wird Bargeld nur noch selten genutzt, sodass eine eigene digitale Währung nach Auffassung der Regierung sinnvoll wäre.

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Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.

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