Finanzchef muss niederländische ING wegen Geldwäscheskandal verlassen

Wie die Finanzkrise bewiesen hat, müssen Bankangestellte nur selten für ihre Fehler geradestehen. Dadurch trauen immer weniger Kunden den Finanzinstitutionen. Um dem entgegenzusteuern, hat die niederländische ING sich dazu entschlossen, ihren Finanzchef nach einem großen Geldwäscheskandal zu entlassen.

Finanzchef verlässt ING

Die ING Group, eine große niederländische Bankgesellschaft, verkündete am Dienstag, dass Koos Timmermans seine Position als Chief Financial Officer (CFO) niederlegen muss. Außerdem wird er auch aus dem Vorstand zurücktreten und die Bank verlassen. Die ING bestätigte, dass dieser Schritt etwas mit einer Vereinbarung zwischen den beiden Parteien zu tun habe, um Wirtschaftskriminalität bei der ING Niederlande zu verhindern. Timmermans war nicht nur im Vorstand der Bank vertreten, sondern auch für die Führung des niederländischen Hauptsitzes verantwortlich.

In der Stellungnahme ging die ING auf den Grund für die Trennung der Wege ein. „Wir bedauern die festgestellten Mängel zutiefst und nehmen diese Angelegenheit sehr ernst“, erklärte Hans Wijers, Vorsitzender des Aufsichtsrates. „Aufgrund der Ernsthaftigkeit der Angelegenheit und der vielen Reaktionen unter den Interessenvertretern seit der Bekanntmachung und im Interesse der Bank kamen wir zu dem Entschluss, dass es angemessen ist, Verantwortung auf der Ebene des Vorstands zu nehmen. Wir haben eine wichtige Aufgabe vor uns und der Vorstand ist fest entschlossen, die verschiedenen Initiativen, die bei der ING Niederlande gestartet wurden, um unsere Handhabung von Compliance-Risiken weiter zu stärken, abzuschließen.“

Geldstrafe in Höhe von 775 Millionen Euro

Nachdem die niederländische Staatsanwaltschaft wegen Geldwäsche und Korruption ermittelt hatte, unterzeichnete die Bank in der letzten Woche eine Vergleichsvereinbarung. Die ING muss nun eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 775 Millionen Euro zahlen. Zunächst erklärte die Bank, dass die „identifizierten Mängel, die im Untersuchungszeitraum aufgetreten sind, nicht einzelnen Personen zuzurechnen sind, sondern kollektive Mängel auf allen verantwortlichen Führungsebenen sind“.

Die Bank wich jedoch von dieser Position ab, als die öffentliche Wut über den Vorfall zunahm. Der niederländische Premierminister Mark Rutte kritisierte die Bank für ihr Verhalten. Finanzminister Wopke Hoekstra orderte Wijers nach Den Haag. Er sagte, dass der Vorfall das „öffentliche Vertrauen in den Bankensektor erneut erschüttert“ hat. Trotz der Entlassung des Finanzchefs nimmt die Kritik an der ING nicht ab. Der Vorsitzende der Aktionärsgruppe VEB Paul Koster vermutet, dass Timmermans nur entlassen wurde, um das Gesicht zu wahren. Er mutmaßt, dass auch der Geschäftsführer der ING Ralph Hamers in den Vorfall verwickelt sein muss. „Für Außenstehende hat es den Anschein, dass es darum geht, Hamers zu schützen“, sagte er.

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Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.

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