Frankreich: Neue Gesetze für ICOs

Nachdem die französische Regierung bereits ein Gesetz erlassen hatte, durch welches Steuerzahlungen für Kryptowährungen mehr als halbiert wurden, hat sie nun neue Regelungen für Initial Coin Offerings (kurz ICOs) verabschiedet. Entwickelt sich Europas drittgrößte Wirtschaftsregion etwa zum Zufluchtsort für Kryptowährungen?

Französische Regierung arbeitet an Rechtsrahmen für ICOs

Wie Finanzminister Bruno Le Maire bestätigte, erlässt die französische Regierung neue Richtlinien zum Umgang mit ICOs. Bei einem Initial Coin Offering veröffentlichen Unternehmen eigene digitale Coins, um diese an Anleger zu verkaufen. Dadurch generiert das Unternehmen neues Kapital zur Finanzierung anderer Projekte. Das Besondere daran ist, dass diese Art des Finanzierungsmodells, anders als der Verkauf von Aktien, bis jetzt kaum Vorschriften unterliegt.

Der Minister erklärte auf Twitter, dass Paragraf 26 vom Parlament verabschiedet wurde. Dieser Schritt sei Teil der Maßnahmen, die Präsident Emmanuel Macron durchsetzen wolle, um das Wirtschaftswachstum in Frankreich sicherzustellen. „Ein rechtlicher Rahmen für ICOs wird geschaffen“, schrieb Le Maire.

„Dieser rechtliche Rahmen wird Innovatoren aus der ganzen Welt anziehen #blockchain.“

Durch die neuen Gesetze hat die französische Finanzaufsichtsbehörde, die Authorité des Marchés Financiers (kurz AMF), nun die Aufgabe, Lizenzen für ICOs zu erlassen. Jedoch könnten nur „jene Projekte, die spezifische Garantien für Investoren bieten“, auf eine Lizenz der Behörde hoffen. Auch müssten die Firmen, die ein ICO starten wollen, dazu bereit sein, alle Informationen an die Behörde und mögliche Kunden weiterzugeben. Ursprünglich warnte die AMF vor dem Fehlen von klaren Regeln für Token-Verkäufe, welches „ein immanenter Risikofaktor für ICOs“ sei. Außerdem gäbe es auch die Risiken Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung und für Anleger die Gefahr ihr Geld zu verlieren, erklärte die Behörde noch vor einigen Monaten.

Gesetzesänderungen gut für die Krypto-Branche

Unter der Führung von Präsident Macron arbeitet Frankreich daran, sich für Unternehmen (auch aus der Krypto-Branche) attraktiver zu machen. Deshalb wurden in diesem Jahr unter anderem Gesetze verabschiedet, die es für ausländische Unternehmen leicht machen sollen, in Frankreich zu operieren.

Die neuen Regelungen für ICOs, die offiziell am 12. September verabschiedet wurden, entstanden durch die Beratung von Interessenvertretern und der AMF. Erst im Juli hatte die Regierung ebenfalls die Steuern für Kryptowährungen mehr als halbiert und auf 19 % gesenkt.

Image via Unsplash

Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.

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