IWF setzt Marshallinseln unter Druck

Der Internationale Währungsfonds (kurz IWF) setzt die Marshallinseln unter Druck. Diese sollen von ihrem Plan einer eigenen Kryptowährung abweichen. Der Schritt der Finanzinstitution aus Washington zeigt erneut, wie Zentralbanker gegen die Einführung und Ausbreitung von Kryptowährungen vorgehen. Die Entscheidung der Inseln könnte auch für andere Staaten in ähnlichen Situationen eine Rolle spielen.

IWF setzt die Marshallinseln wegen eigener Kryptowährung unter Druck

Erst im März verkündete die Regierung der Marshallinseln an einer eigenen Kryptowährung, der Sovereign (SOV), zu arbeiten. Die Kryptowährung sollte mithilfe eines Programms zur Gesichtserkennung verbreiteten werden. Dadurch wollte die Aufsichtsbehörde Geldwäsche mithilfe der Sovereign verhindern. Nun hat der Internationale Währungsfonds den Marshallinseln von der Veröffentlichung der Währung abgeraten. Als Gründe führt der Fonds die Warnungen an, an die sich Krypto-Fans schon längst gewöhnt haben.

In dem 58-seitigen Bericht, warnt der IWF davor, dass amerikanische Banken die Zusammenarbeit mit Firmen auf den Inseln verweigern könnten, sollte die digitale Währung in den Umlauf gebracht werden. Dies könnte die rund 53.000 Einwohner der Inseln negativ beeinflussen. Die Idee zur Veröffentlichung der Sovereign war ein Initial Coin Offering zusammen und einer speziellen Verbreitung unter den Bewohnern der Insel. Die Warnung des IWF scheint deshalb drakonisch und überzogen. In dem Bericht heißt es:

„Die potenziellen Vorteile aus Einnahmen aus [der digitaler Währung] erscheinen deutlich geringer als die potenziellen Kosten, die sich aus den Risiken für die Wirtschaft, den Ruf, durch Geldwäsche/ der Finanzierung von Terrorismus und für die Führungskontrolle ergeben. In Ermangelung geeigneter Maßnahmen zu ihrer Eindämmung sollten die Behörden die Ausgabe der digitalen Währung als gesetzliches Zahlungsmittel ernsthaft überdenken.“

Einschüchterung oder Schutzmaßnahme?

In dem Bericht des IWF wird immer wieder auf die Risiken Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus eingegangen. Dennoch wären diese Gefahren durch die niedrige Marktkapitalisierung der SOV und der aktuellen Gesetzgebung auf den Marshallinseln nur schwer vorstellbar. Außerdem hieß es im amerikanischen Abgeordnetenhaus in dieser Woche, dass Terroristen Bargeld und nicht Kryptowährungen für die Finanzierung bevorzugen.

Die Republik steht seit 1979 nicht mehr unter der Kontrolle der Vereinigten Staaten. Dennoch ist die Währung des Landes noch stets der US-Dollar. Die Größe der Inseln und ihre Nähe zu den USA könnten eine Rolle bei der Haltung des IWF spielen.

Man sollte auch bedenken, dass staatliche Kryptowährungen oder dezentralisierte Coins wie Bitcoin, sollten sie von der breiten Masse angenommen werden, die derzeitigen Machtstrukturen sowie die Rolle von Institutionen wie dem IWF verändern könnten.

In einem Bericht des stellvertretenden Geschäftsführers Dong He hieß es, dass „Krypto-Anlagen eines Tages die Nachfrage nach Zentralbankgeld minimieren könnten“. Er schrieb weiter, dass Zentralbanken „den Wettbewerbsdruck, den Krypto-Anlagen auf herkömmliche Währungen ausüben, verhindern“ sollten.

Andere Länder, die ebenfalls die Veröffentlichung einer staatlichen Kryptowährung erwägen, werden die Entscheidung der Regierung und deren Folgen genau verfolgen.

Image via Unsplash

Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.

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