Mining mit überschüssiger Kernenergie

Der Nuclear Energy Agency (NEA) zufolge sind Atomkraftwerke am effizientesten, wenn sie Kernenergie auf einem konstanten Level produzieren. Bitcoin-Mining könnte dabei helfen, die überschüssige Energie zu verbrauchen, die außerhalb der Stoßzeiten übrig bleibt. Dadurch müssten Reaktoren nicht an den Verbrauch angepasst werden und könnten ihre Laufzeit verlängern.

Kernenergie – Bitcoin braucht sie, Atomkraftwerke haben sie

Das Gerücht, dass Bitcoin so viel Strom verbraucht wie ein kleines Land, hält sich hartnäckig. Obwohl diese These inzwischen widerlegt wurde, könnte es nun eine neue Nachricht in Bezug auf das Mining von Kryptowährungen und den Energieverbrauch geben. Experten vermuten, dass es besser ist, die überschüssige Kernenergie zu verbrauchen, anstatt sie nicht zu nutzen. Genau dort könnte Bitcoin-Mining zum Einsatz kommen.

Die Kernspaltung ist der physikalische Prozess, bei dem Energie in einem Kernreaktor freigesetzt wird. Dieser Prozess kann nicht willkürlich unterbrochen oder gestoppt werden. Ein Kernreaktor nutzt diesen Vorgang, um eine Flüssigkeit wie Wasser stark zu erhitzen, die dann durch riesige Dampfturbinen läuft. Mithilfe der Turbinen wird Elektrizität erzeugt. Dieser Vorgang ist effizienter, wenn er nicht zwischendurch unterbrochen wird, sonst geht dabei ein großer Teil der erzeugten Energie verloren.

Kraftwerke unter Druck

Während Kernkraftwerke eine konstante Menge an Elektrizität produzieren können, können wir Verbraucher diese Elektrizität nicht auf einem konstanten Level verbrauchen. Der Stromverbrauch wird zum Beispiel durch die Tages- oder Jahreszeit beeinflusst. Schwankungen im Verbrauch sind ganz natürlich. Deshalb müssen Betreiber oft die Produktion herunterfahren. Dies ist jedoch wirtschaftlich und technisch weder gut für den Betreiber noch für das Kernkraftwerk.

Die überschüssige Energie, die bei einer konstanten Nutzung der Reaktoren entstehen würde, könnte für das Mining von Kryptowährungen wie Bitcoin verwendet werden. Dies soll nicht heißen, dass die Kernkraftwerke mehr arbeiten sollen, vielmehr sollte allein die überschüssige Elektrizität für das Mining verbraucht werden. Die Kernenergie, die zum Beispiel in der Nacht nicht für Haushalte, Unternehmen oder andere Verbraucher verwendet wird, könnte so trotzdem zum Einsatz kommen, ohne umsonst produziert worden zu sein.

Image via Unsplash

Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.

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One comment

  1. Ich habe zwar wenig Ahnung von Bitcoin, dafür von Kernenergie mehr. Und aus der Perspektive kann ich sagen: die Idee ist schlicht nicht durchdacht. Kernkraftwerke stehen in Stromnetzen, in denen auch andere Kraftwerke sind. Überflüssig ist Strom im Netz nur in ganz wenigen Stunden eines Jahres – in dieser Zeit ist Strom tatsächlich billig, wenn er mit großer Anschlussleistung gekauft wird. Die meisten Netzbetreiber lassen sich dann aber die große Anschlussleistung teuer bezahlen.

    Wie wirtschaftlich wird wohl eine Miningfarm sein, die mehr als 95% der Zeit ausgeschaltet bleibt um auf billigen Strom zu warten?
    Und wenn eine einzelne Bitcoin Transaktion 300 kWh brauchen sollte, dann wird auch die Kernenergie Bitcoin nicht retten können – es sei denn jemand schenkt die Rechner – und Transaktionen gibt es nur, wenn Strom billig ist.

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