Befindet sich Bitcoin in einer Todesspirale?

Vor wenigen Tagen berichteten wir darüber, dass es weniger Miner gibt als im Jahr zuvor. Dadurch wird die Herstellung der Kryptowährung einfacher. Einigen Berichten zufolge sind dies die ersten Anzeichen dafür, dass Bitcoin sich in einer Todesspirale befindet. Was heißt das eigentlich und ist es wahrscheinlich, dass Bitcoin ihrem Tod entgegensteuert?

Wie könnte die Todesspirale für Bitcoin ablaufen?

Da es dieses Jahr weniger Miner als im Vorjahr gibt, berichteten verschiedene Medien über die „Todesspirale bei Bitcoin“. Wie könnte diese genau ablaufen?

  1. Der Bitcoin-Preis sinkt.
  2. Deswegen gibt es weniger Miner. Ihre finanzielle Entschädigung für die Herstellung der Kryptowährung wird kleiner.
  3. Alle Miner legen die Arbeit nieder. Das System kann nicht fortbestehen.
  4. Bitcoin ist tot.

Die Berechnung des Schwierigkeitsgrades ist ein wichtiger Faktor. Das System kann „abstürzen“, wenn Miner das Netzwerk verlassen, bevor der Schwierigkeitsgrad angepasst wurde. Dann ist der Schwierigkeitsgrad für die Anzahl der verfügbaren Miner zu groß. Dies kann auch für den umgekehrten Fall eintreten. Wenn sich der Kurs positiv entwickelt, kommen neue Miner dazu und der Schwierigkeitsgrad ist zu niedrig.

Korrektur des Schwierigkeitsgrades

Deshalb wird der Schwierigkeitsgrad für das Mining immer wieder neu berechnet. Viele Menschen glauben, dass der Schwierigkeitsgrad alle zwei Wochen angepasst wird. Das stimmt nicht ganz. Nach jeweils 2016 Blöcken auf der Blockchain wird dieser neu ermittelt. Jeder Block braucht rund 10 Minuten, um berechnet zu werden. Das macht bei 2016 Blöcken eine ungefähre Zeit von zwei Wochen.

Wenn es jedoch weniger Miner gibt und der Schwierigkeitsgrad noch nicht angepasst wurde, dauert die Fertigstellung eines Blockes mehr als 10 Minuten. Am 30. November dauerte es zum Beispiel durchschnittlich 14 Minuten, bis ein neuer Block zur Blockchain hinzugefügt wurde. Dadurch verzögerte sich die Berechnung des Schwierigkeitsgrades und fand nicht genau nach zwei Wochen statt.

System hält sich selbst im Gleichgewicht

Am Montag, den 3. Dezember sank die Schwierigkeit für das Mining um 15 Prozent. Das ist sehr besonders. Seit 2011 fiel das Schwierigkeitslevel nicht mehr so stark. Durch die Änderung dauert das Hinzufügen eines Transaktionsblocks durchschnittlich wieder zehn Minuten.

Es gibt jedoch noch andere Faktoren, die gegen die Theorie einer Todesspirale bei Bitcoin sprechen.

Die Rentabilitätsgrenze, also der Zeitpunkt an dem Miner genauso viel verdienen, wie sie ausgegeben haben, wird häufig falsch berechnet. Diese Berechnungen beziehen sich nämlich auf den durchschnittlichen Miner. Jedoch findet das Mining der Kryptowährung oft in großen Mining-Pools statt. Diese befinden sich meist dort, wo der Strompreis niedrig ist. Außerdem können diese Pools Geräte für das Mining in großen Mengen und deshalb günstiger einkaufen. Das heißt, dass die Kosten für diese Mining-Pools geringer sind und ihre Rentabilitätsgrenze unter der des durchschnittlichen Miners liegt.

Manchmal setzten Miner ihre Arbeit trotz finanzieller Verluste fort.
Für Miner kann es durchaus sinnvoll sein, für einen kurzen Zeitraum trotz finanzieller Verluste zu arbeiten.  Wenn die Berechnung des Schwierigkeitsgrades kurz bevorsteht, wissen sie, dass sie schon bald mehr Gewinne machen, wenn sie am Ball bleiben.

So hält sich das System von Bitcoin selbst instand. Wie auf dem freien Markt bringen Angebot und Nachfrage die Kryptowährung ins Gleichgewicht. Wollen Sie, dass Miner auch zukünftig Transaktionen auf der Blockchain abwickeln? Lesen hier mehr darüber, wie man Bitcoin kaufen kann.

Image via Unsplash

Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.

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