Zweifelhafter Spam mit Bitcoin Robots: So funktioniert die Masche

 

Wer sein Produkt in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ präsentieren darf und am Ende sogar ein Mitglied der Jury überzeugen und somit als Investor gewinnen konnte, kann sich über eine doch ausgesprochen gute Werbung freuen – schlussendlich wird jede Folge von ungefähr drei Millionen Menschen verfolgt.

Aber es sind natürlich nicht nur die kreativen Köpfe, die aufgrund der Bekanntheit der Sendung auf sich und ihre Produkte aufmerksam machen wollen. Leider gibt es auch Betrüger, die mit gefälschten Anzeigen arbeiten und mit „fabricated content“ gutgläubige Internetuser über den Tisch ziehen wollen. Schlussendlich ist das Erfolgsgeheimnis, wie man dubiose Trading-Plattformen wie auch wirkungslose Diätpräparate bewirbt, relativ einfach – man muss etwa nur die Behauptung aufstellen, selbst einmal in der Show „Die Höhle der Löwen“ gewesen zu sein.

Wie gehen die Betrüger vor?

Das Prinzip ist ausgesprochen einfach: Über Facebook, Google oder eine andere Plattform werden von Seiten der Betrüger reißerische Schlagzeilen verbreitet, die auf Sensationserfolge in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ hinweisen. Klickt der interessierte User dann den Link an, so wird er direkt auf einen Artikel weitergeleitet, der jedoch frei erfunden ist. Warum die Masche aber dennoch funktioniert?

Das Portal, auf dem der Artikel zu finden ist, wirkt ausgesprochen seriös – die Betrüger spiegeln nämlich die Inhalte der bekannten Nachrichtenseiten, so etwa von focus.de, zeit.de oder auch cnn.com und ersetzen die Aufmacher dann durch die eigene Falschmeldung. Derartige Internetseiten sind natürlich anonym registriert. Das bedeutet, dass die Urheber auch nicht ausfindig gemacht werden können.

Es gibt keine garantierten Gewinne

Eine der wohl bekanntesten Fake-Anzeigen bewirbt eine Trading-Plattform, die natürlich in einer Episode von „Die Höhle der Löwen“ vorgestellt und von Seiten der Jury-Mitglieder besonders in den Himmel gelobt wurde. „Der beste Deal in der Geschichte der Sendung“ – die Überschrift mag vielversprechend klingen, jedoch gab es nie eine derartige Episode.

Aber auch wenn es diese „Die Höhle der Löwen“-Episode nie gab, so heißt das noch lange nicht, dass es keine Trading-Plattform gibt – die kann nämlich tatsächlich genutzt werden. Wer auf die Anzeige klickt, der wird direkt auf die Plattform weitergeleitet. Plötzlich liest man davon, ohne Risiko hohe Gewinne einfahren zu können. Was man Ende benötigt? 200 Euro. Innerhalb von sieben Tagen soll man dann reich werden. Stimmt natürlich nicht.

Wer etwa in Kryptowährungen – so beispielsweise in den Bitcoin – investiert, der sollte wissen, dass sich der Markt jederzeit in die andere Richtung bewegen kann. Angeblich sind hohe Gewinne möglich, jedoch gibt es keine Garantie. Auch dann nicht, wenn man scheinbar über eine „sichere Trading-Plattform“ agiert. Wer hier investiert, der muss sich damit abfinden, dass das eingesetzte Geld weg ist. Will man in den Bitcoin oder etwa in eine andere Kryptowährung investieren, so sollte man nur die Angebote der offiziellen Kryptobörsen wie Broker in Anspruch nehmen.

Erfahrungsberichte können durchaus eine Hilfe sein

Aber wie erkennt der Internetuser überhaupt gefälschte Anzeigen oder kommerzielle Fake News? Anzeigen müssen immer gekennzeichnet sein. Das heißt, es liegt immer eine Abgrenzung von den redaktionellen Inhalten vor, die auf der Plattform zu finden sind. Auf den Nachrichtenportalen findet sich bei Werbungen der Hinweis „Anzeige“, bei Facebook steht hingegen unter der Überschrift „Gesponsert“. Entdeckt man also eine derartige Kennzeichnung, so handelt es sich um keinen Artikel, sondern um eine Werbung.

Wer dennoch auf den Artikel klickt, der wird auf die Produktseite oder auch auf die Trading-Plattform weitergeleitet. Doch ist jede Seite, die über Facebook, Google oder auch sonstige Plattformen beworben wird, mit Vorsicht zu genießen? Ja. Das heißt, man sollte sich auf der jeweiligen Zielseite nach einem Impressum umsehen – wer betreibt also die Seite? Ist man mitunter unsicher, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt, helfen Erfahrungsberichte weiter, die problemlos im Internet zu finden sind.

Stellt man am Ende fest, dass es kein Impressum gibt, die Erfahrungsberichte zudem allesamt dieselbe Sprache sprechen, dass es sich also um Betrüger handelt, so sollte man das Angebot, ganz egal, wie verlockend es klingt, nicht wahrnehmen.

Bilder:

https://www.pexels.com/photo/black-and-red-caliper-on-gold-colored-bitcoin-1099339/
https://pixabay.com/de/photos/f%C3%A4lschung-nachrichten-medien-2355686/

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