Erhalten die Opfer des Krypto-Hacks von Cryptopia ihr Geld zurück?

Vor rund einem Jahr wurde die neuseeländische Krypto-Börse Cryptopia gehackt. Dabei wurden 16 Millionen Dollar in Form von ERC-20-Token gestohlen. Nun ein Jahr später gibt es endlich gute Nachrichten für die Kunden der Börse. Der Oberste Gerichtshof in Neuseeland traf eine wichtige Entscheidung in diesem Fall.

Das Urteil des Gerichts ist 74 Seiten lang. Ein Standpunkt ist besonders wichtig. Kryptowährungen zählen als Eigentum. Obwohl sich die Coins in einem gemeinsamen Wallet der Börse befanden, sind die Kunden doch die Eigentümer der Kryptowährungen und nicht die Börse.

Die Krypto-Börse bestätige die Aussagen des Gerichts auf Twitter:

„Heute, am 8. April 2020, gab Richter Gendall sein Urteil und stellte fest, dass Kryptowährungen erstens „Eigentum“ im Sinne der Definition in s2 des Companies Act von 1993 sind und zweitens, dass Kryptowährungen von Kontoinhabern auf mehreren Trusts verwaltet wurden, die durch individuelle Krypto-Anlageklassen getrennt wurden. Dies bedeutet, dass die Kryptowährungen im wirtschaftlichen Besitz der Kontoinhaber sind und kein Vermögen des Unternehmens sind.“

Gute Nachrichten, aber Skepsis bei den Kunden

Das heißt, dass die gehackte Börse nun dazu übergehen kann, Nutzern den Schaden zu erstatten. Nach Monaten der Unsicherheit ist dies sicherlich ein Lichtblick. Dennoch sind einige User skeptisch. Ein Nutzer schrieb auf Twitter:

„Wann und wie kriegen wir unsere Coins zurück? Glaubt nicht, dass Menschen den langen Bericht jedes Mal lesen. Der Bericht sollte in konkreten Entscheidungen und Maßnahmen zusammengefasst werden.“

Ein anderer Kunde wundert sich, warum es so lange gedauert hat. „Hat es wirklich ein Jahr gedauert, bis sie darauf gekommen sind?“, schrieb er.

Das sind natürlich gerechtfertigte Fragen. Noch ist nicht klar, wie und wann Cryptopia seinen Kunden Geld zurückerstatten wird. Ehemalige Cryptopia-Kunden sind jetzt jedoch einen Schritt näher an einer Entschädigung als zuvor.

Not your keys, not your coins

Dieser Fall zeigt erneut, dass das Verwalten von Coins bei einer Börse ein Risiko bleibt. Nicht nur Cryptopia wurde Opfer eines Hackerangriffs; auch andere Börsen wie Binance oder QuadrigoCX machten wegen Hackerangriffen Schlagzeilen.

Sie sollten Ihren Coins deshalb immer selbst auf einem Wallet verwalten. Wallets gibt es in verschiedenen Ausführungen. Besonders geschützt gegen Hacker ist man mit einem Hardware-Wallet. Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, auf dem Ihre Coins gespeichert werden. Der Zugang zu Ihren Kryptowährungen, die sogenannten Private Keys, werden offline gespeichert. So können Hacker nicht auf Ihre Coins zugreifen!

Image via Unsplash

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