Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) warnt Anleger vor Initial-Coin-Offerings (kurz ICOs) und reiht sich so in die Anzahl der Aufsichtsbehörden, die bereits Warnungen ausgesprochen haben, ein.
Die BaFin erklärte in einem Post auf ihrer Webseite, dass Investoren sich der „zahlreichen Risiken“ der Token-Verkäufe bewusst sein sollten und diese sich darauf einstellen müssten, „dass auch ein Totalverlust ihrer Investition möglich ist“. Das Finanzierungsmodell, durch welches auf der Blockchain basierende Token verkauft werden, ziehe außerdem, nach Angaben der Behörde, Betrüger an.
Die BaFin schrieb des Weiteren:
„Aufgrund fehlender gesetzlicher Vorgaben und Transparenzvorschriften ist der Verbraucher allein auf sich gestellt, wenn es daran geht, die Identität, Seriosität und Bonität des Token-Anbieters zu überprüfen und das angebotene Investment zu verstehen und zu bewerten. Auch der Schutz personenbezogener Daten nach deutschen Maßstäben ist nicht gewährleistet.“
Der Bericht wurde nur kurze Zeit, nachdem bekannt wurde, dass die BaFin sich mit dem Thema auseinandersetzt, veröffentlicht. Im Gegensatz zu anderen Aufsichtsbehörden wurden jedoch keine weiteren Maßnahmen gegen ICOs von der Behörde getroffen. In dem Text der BaFin heißt es außerdem, dass eine weitere Stellungnahme zum Umgang mit ICOs am 15. November veröffentlicht wird.
„Bevor sich Verbraucher für ein ICO entscheiden, sollten sie sich daher vergewissern, dass sie die Vorteile und Risiken des Projekts beziehungsweise des Investments vollständig verstanden haben. Dazu sollten sie dem Emittenten so viele Fragen stellen wie nötig und dessen Angaben aus unabhängigen Quellen verifizieren“, lauten die Tipps der Behörde.
Auch wenn aus dem Schreiben nicht hervorgeht, dass die Finanzdienstleistungsaufsicht gegen ICO-Betreiber vorgehen wird (wie es zum Beispiel in den Vereinigten Staaten der Fall war), ließ sie doch verlauten, dass notwendige Maßnahmen der Behörden das Risiko erhöhen, dass Anleger das eingesetzte Kapital verlieren, welches in solche illegalen Geschäfte einbezogen ist.
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Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.