Präsidentin der Marshallinseln wird wegen staatlicher Kryptowährung kritisiert

Die Präsidentin der Marshallinseln, Hilda Cathy Heine, wird wegen ihres Vorhabens einer staatlichen Kryptowährung kritisiert. Wenn der Inselstaat eine eigene Kryptowährung auf den Markt bringen würde, könnten andere Staaten möglicherweise folgen.

Kein Vertrauen für SOV

Am Montag reichten 8 Senatoren einen Misstrauensantrag gegen Präsidentin Heine ein. Der Grund dafür ist ihre Unterstützung einer nationalen Kryptowährung der Sovereign (SOV). Die Veröffentlichung der Sovereign wurde bereits im Februar angekündigt. Unter anderem wird das Projekt von dem israelischen Startup Neema gefördert.

Die Gegner der SOV befürchten, dass sie dem Ruf der Marshallinseln schaden könnte. „Ich sehe nicht, wie uns dies schaden könnte … das ist keine illegale Aktivität. Das ist nicht illegal und unsere Gesetze werden nicht verletzt“, sagte Heine zu dieser Kritik.

Der Misstrauensantrag wird am 12. November stattfinden. Dann können beide Seiten ihre Standpunkte vor dem Parlament darlegen.

Druck von der internationalen Gemeinschaft

Die Kritik der Senatoren spiegelt die Haltung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wider. Die internationale Organisation mit Sitz in Washington „warnte“ die Marshallinseln vor diesem Schritt. Damals versuchte der IWF Druck auszuüben und schrieb:

„Die potenziellen Vorteile durch Umsatzwachstum aus [einer digitalen Währung] scheinen erheblich geringer zu sein, als die potenziellen Kosten, die sich aus den Risiken für Wirtschaft, Ruf, Geldwäsche/Finanzierung von Terrorismus und Kontrolle ergeben. In Ermangelung angemessener Maßnahmen zu deren Abmilderung sollten die Behörden die Ausgabe der digitalen Währung als gesetzliches Zahlungsmittel ernsthaft überdenken.“

Die Entscheidung des Parlaments des Inselstaates könnte große Wellen schlagen. Auch andere Steueroasen, besonders in der Karibik, erkunden momentan das Potenzial der Technologie. Wenn der IWF mit seiner drohenden Haltung erfolgreich sein sollte, könnte dies dazu führen, dass allein Staaten mit einer kritischen Haltung zum Westen an staatlichen Kryptowährungen arbeiten. Beispiele hierfür sind der Iran, Venezuela und Russland.

Image via Unsplash

Corinna ist die Chefredakteurin von Coinwelt. Seit 2016 dreht sich ihre Welt um Kryptowährungen und die Blockchain. Es vergeht kein Tag, an dem Corinna sich nicht darüber ärgert, dass sie nicht gleich am ersten Tag in Bitcoin investiert hat. Besonders spannend findet sie die internationale Rechtslage für Währungen wie Bitcoin. Für die Zukunft hofft sie auf eine positive Haltung der Gesetzgeber und klare Gesetze im Umgang mit digitalen Coins.

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